Jim Marshall Heute ist Jim Marshall weit über 80 Jahre alt. Er ist klein und hat kaum noch Haare, aber er ist noch immer ein quicklebendiger und freundlicher Mensch. Er ist auch noch immer der Chef seiner Firma und steht deshalb jeden Tag früh morgens um sechs Uhr auf. In seinem Büro stehen aber weder Computer noch andere High-Tech-Geräte, stattdessen findet man ein Schlagzeug, auf dem er regelmäßig spielt. Sein Verstärker-Geschäft ist mittlerweile zu einem Weltkonzern gewachsen, das mit den modernsten Fertigungstechniken arbeitet. Der Firmensitz befindet sich seit 1966 in Milton Keynes, einer Industriezone nordwestlich von London. Jim selbst kann man sogar noch jedes Jahr auf der Frankfurter Musikmesse besuchen, wo er an seinem Marshall-Stand sitzt, Zigarren raucht und in aller Ruhe Autogramme gibt. Er ist so aktiv, wie wenige in seinem Alter und nennt sich selbst einen "Workaholic".

Seinen Erfolg erklärt er mit seiner Liebe zur Musik. Da er selbst Musiker war bzw. ist, hatte er immer ein Gespür für die Wünsche der anderen Musiker. Wenn sie redeten, konnte er verstehen, was sie meinten und er konnte sich Sounds vorstellen. Außerdem hat er auch auf der technischen Seite einiges drauf gehabt und konnte deshalb beides zusammenführen. Vor allem aber hat er immer gut zugehört und geschaut, was die Musiker wollen, er hat ihnen nie vorgeschrieben, was sie "zu wollen haben". Alle Modelle wurden gemeinsam mit Musikern geplant und entworfen.

Da Jim ja auch nie eine Gitarre in die Hand genommen hat, war er natürlich auch besonders auf die Wünsche und Meinungen von richtigen Gitarristen angewiesen. Es ist eigentlich erstaunlich, dass gerade ein Schlagzeuger den dreckigen Rock'n'roll-Sound geschaffen hat, der im Laufe der Jahrzehnte Generationen geprägt und ihn selbst zu einer Legende gemacht hat.